Erläuterungen zum systemischen Denk- und Handelsansatz
Systemisch Arbeiten beutet für uns, den Blick auf das gesamte System zu richten, in welchem Menschen leben und sich entwickeln. Wir betrachten Menschen in ihren konkreten Lebenskontexten. Wir schauen unter anderem auf das soziale Umfeld und die Beziehungssysteme, in denen ein Kind sich bewegt und aufwächst. Jedes Handeln eines Menschen verstehen wir als sinnhafte Reaktion auf bestimmte Wechselwirkungen unterschiedlicher Elemente eines Systems. "Systemisch" bedeutet für uns neugierig zu sein, wie andere Menschen die Welt wahrnehmen und sich konstruieren. Wir suchen den Austausch über unterschiedliche Wahrnehmungen und deren Deutung. Ein wichtiges sprachliches Arbeitsinstrument ist für uns das Stellen von offenen Fragen. "Offene Fragen" ermöglichen uns den Sinn eines Verhaltens zu verstehen, Räume für eigene Erkenntnisse zu schaffen und in Beziehung miteinander zu gehen. Statt "Warum?" fragen wir nach dem "Wofür?" oder "Wozu?". Statt "Warum hast Du das gemacht?" fragen wir "Was ist passiert?" und "Was brauchst du gerade?".
Der systemische Denk- und Haltungsansatz ist ganzheitlich ausgerichtet und beabsichtigt den Ausbau von Stärken und die Nutzung von Ressourcen, um die Handlungsfähigkeiten eines Menschen zu erweitern. Wir nehmen Kindern gegenüber eine ressourcenorientierte Grundhaltung ein. Wir gehen davon aus, dass jedes Kind Stärken und Fähigkeiten in sich trägt.
Dieser Blick ermöglicht uns im Besonderen in Konfliktsituationen, einen konstruktiven und lösungsorientierten Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen. Wir verstehen Probleme nicht als Defizite, sondern als Lösungsversuche.
"Lernen" ist im systemischen Verständnis keine reine Wissensaufnahme, sondern eine Wechselwirkung zwischen Menschen und Sache, zwischen Lehrenden und Lernenden.